Ein Massaker, das sehr gelegen kam

[A most convenient massacre]
[Un massacre qui tombe à pic !]

Was für einen Unterschied doch ein einziges Massaker ausmachen kann!

Es ist erst eine Woche her, daß die EU auf keine Weise einen Weg finden konnte, den Zustrom von \”Flüchtlingen\” aus all\’ jenen Ländern zu stoppen, die die USA und die NATO in die Steinzeit zurückgebombt haben.

Es ist erst eine Woche her, daß es so aussah, als würde die EU von einer Welle des wiederkehrenden Nationalismus überflutet werden, die dazu führen würde, daß die machthabenden Parteien bei den nächsten Wahlen ihre Macht verlieren würden. Aber, dank des Massakers von Paris, haben sie nun eine weitere Lebensspanne erhalten, denn jetzt können sie plötzlich ohne Probleme die Politik betreiben, die sie noch letzte Woche als \”faschistisch\” gebrandmarkt hatten.

Es ist erst eine Woche her, daß nichts auf der Welt die EU und die USA hätte dazu bringen können zuzugeben, daß sie völlig unfähig dazu sind, ihre eigene Kreatur, nämlich ISIS, zu bekämpfen und daß sie dazu russische Hilfe benötigen. Aber jetzt, nach dem Nach-Paris-Massaker G-20 – Gipfel, sind alle bereit, gemeinsame Sache zu machen und Putin zu erlauben, die Verantwortung für den Krieg gegen den Terror zu übernehmen. – Sehen Sie mal an: Die Amerikaner konnten jetzt sogar die Kovois von Tanklastwagen entdecken, die sich bis über den Horizont erstrecken, und die ISIS für den Schmuggel des gestohlenen syrischen Rohöls außer Landes verwendet – jetzt, wo Putin ihnen die Satelliten-Bilder gezeigt hat!

Bin ich mit diesen Formulierungen krass oder unsensibel? Nicht im Geringsten – ich bedauere alle Todesfälle durch Terroristen-Angriffe im Irak, in Syrien, im Libanon und in allen anderen Ländern, deren Bevölkerung absolut nichts getan hat, um eine solche Behandlung zu verdienen. Was aber die Franzosen betrifft, so ist mein Bedauern nur halb so stark, denn die haben ruhig mitangesehen, wie ihr Militär half, Libyen zu zerstören (ein Land das nichts getan hatte, was eine solche Behandlung rechtfertigen würde).

Bitte bemerken Sie, daß nach dem Absturz des russischen Jets über dem Sinai nicht sehr viele Facebook-Avatars auftauchten, über die quer die russische Fahne einkopiert war – und kaum Kerzen-Wachen oder Massen von Kränzen und Blumen in den verschiedenen westlichen Hauptstädten. Ich habe sogar einen Hauch von selbstgefälliger Zufriedenheit wahrgenommen, weil die Russen ihre wohlverdiente Strafe dafür erhalten hatten, daß sie sich in Syrien ein eigenständiges Handeln erlauben.

Warum diese Unterschiedlichkeit der Reaktionen? Das ist einfach zu erklären: Ihnen wurde gesagt, Sie sollten um die Franzosen trauern, also haben Sie es getan. Man hat Ihnen nicht aufgetragen, um die Russen zu trauern, also haben Sie es nicht getan. Machen Sie sich deswegen keine Gedanken: Sie folgen schlicht den Ihnen erteilten Befehlen. – Der Grund für diese Befehle ist leicht zu durchschauen: Die Franzosen sind, gemeinsam mit dem Rest der EU, die unterwürfigen Marionetten Washingtons; deshalb sind sie unschuldig, und wenn welche von ihnen ermordet werden, ist es eine Tragödie. Aber die Russen sind nicht Washingtons unterwürfige Marionetten, weshalb sie nicht unschuldig sind, und wenn sie von Terroristen ermordet werden, so ist es ihre Strafe. Und wenn Iraker oder Syrer oder Nigerianer von Terroristen ermordet werden, so ist das aus einem anderen Grund auch wieder keine Tragödie: Die sind alle zu arm, als daß sie zählen würden. Um sich als Opfer einer Tragödie zu qualifizieren, muß man alle der drei folgenden Bedingungen erfüllen: Man muß 1. eine US-Marionette sein, 2. reich und 3. tot.

Außerdem glauben Sie wahrscheinlich, daß die Terroristen-Attacken in Paris das Original-Produkt waren: Niemand wußte, daß sie geschehen würden, und sie konnten nicht verhindert werden, weil diese Terroristen einfach so schrecklich intelligent sind, daß die ubiquitäre staatliche Überwachung sie nicht entdecken konnte. Machen Sie sich auch darüber bitte keine Gedanken: Sie glauben schlicht, was man Ihnen zu glauben aufgetragen hat. Sie glauben vermutlich auch, daß Jet-Treibstoff Stahlträger zum Schmelzen bringen kann und daß Wolkenkratzer manchmal auf ihrer eigenen Grundfläche kollabieren (und das unabhängig davon, ob sie von einem Flugzeug getroffen wurden oder nicht).
Selbstverständlich dürfen Sie gerne glauben, was Sie wollen – trotzdem hier einige leicht zu verstehende Tipps, wie man etwas Echtes von etwas Gefälschtem unterscheiden kann:

1. Wenn es gefälscht ist, kennt man sofort die Täter (und manchmal sogar schon vorher). Wenn es echt ist, wird die Wahrheit über die Täter in einer gründlichen Untersuchung festgestellt. Also, zum Beispiel im Falle von 9/11 waren die Schuldigen eine Gruppe von mit Teppichmessern bewaffnete Saudis (von denen manche paradoxerweise immer noch am Leben sind). Und im Falle von Paris wußten wir sofort, daß es eine Tat von ISIS war – noch bevor wir wußten, wer die einzelnen Täter waren. Und als der malaysische Jet abgeschossen wurde, wußten wir sofort, daß das die Schuld der Russen war (wenn nicht sogar ihr Militär). Machen Sie sich demgegenüber bitte klar, daß wir immer noch nicht wissen, was mit dem russischen Jet über dem Sinai passiert ist. Der Fall wird immer noch untersucht – so wie es sein sollte. Wenn ein Geschehen echt ist, bitten die Behörden um etwas Zeit und raten von vorschnellen Schlußfolgerungen ab, während sie herauszufinden versuchen, was passiert ist. Wenn es gefälscht ist, machen die Behörden bei der Großen Lüge mit, und dann tun sie alles, damit sich die Große Lüge einprägt, und sie unterdrücken jedes Fitzelchen von Beweismaterial, das eine unabhängige Untersuchung zutage fördern könnte.

2. Wenn es gefälscht ist, sollten Sie auch die folgenden netten kleinen Design-Ideen verwirklicht finden: Designer – Logos für Public-Relations-Kampagnen, die schon darauf warten, in kürzester Zeit veröffentlicht zu werden, sei es nun \”Je suis Charlie\” oder der süße kleine Eiffel-Turm im Friedens-Symbol. Solche hübschen Designs gab es nicht für die russiche Jet – Katastrophe – es sei denn, Sie akzeptieren an dieser Stelle die geschmackvolle Charlie-Hebdo-Zeichnung einer Jihad-Rakete, die Anal-Sex mit einem Verkehrsflugzeug hatte. Weiterhin könnte es gut ein paar traditionelle Leckerbissen geben, die dazu geschaffen wurden, den Medien-Hype anzuheizen: Zum Beispiel einen gefälschten Paß, der direkt neben einem der Täter gefunden wird, denn bekanntlich nehmen Selbstmord-Killer zu ihren Taten immer gefälschte Pässe mit. Die Leute, die mit dem Design solcher Events beauftragt sind, leiden unter einem Mangel an Phantasie – sie wiederholen gewöhnlich einfach das, was beim letzten Mal auch funktioniert hat.

Wir sollten mit Sicherheit mehr derartige gefälschte Massaker erwarten – wann immer die politische Situation angspannt genug wird, um eines erforderlich zu machen – denn zum jetzigen Zeitpunk sind einsatzbereite Jihad – Terroristen-Zellen Vergangenheitskosten: Sie stehen bereit, sind zu günstigem Tarif bezahlt, und sie können effektiv kurzfristig eingesetzt werden. Natürlich sollten wir die Opfer betrauern, aber es geht hier um weit Wichtigeres als um schlichte Menschenleben, die leider mit jedem Jahr billiger werden.

Wir sollten um die Wahrheit trauern.


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